Erklärungen zum Schimmel



Schimmel

„Schimmel“ bezeichnet im Zusammenhang von Schimmelpilzen vor allem deren oberflächlich sichtbare Auswüchse, also meistens die Konidien- oder Sporangienträger; seltener auch deren Mycel. Für Nutzen und Schaden von Schimmel gilt:

Bei Schimmel in Gebäuden (an Wänden und ähnlichem) müssen statt irgendwelchen „Nutzens“ typische Gefahren mit um so größerem Ernst wie folgt geprüft werden.

Primär schädlich sind Schimmelpilze, die Mykotoxine (insbesondere Aflatoxine) produzieren. Mittelbar können fast alle Pilze aufgrund der Sporenausschüttung allergen wirken. Schimmelpilze können daher auf unterschiedliche Weise dem menschlichen Befinden schaden:
  1. Stoffwechselprodukte (Metabolite) von Schimmelpilzen sowie die Zellwandbestandteile (Glukane) können toxisch (giftig) wirken. Ein Beispiel hierfür ist der „Fluch des Pharao“, der auf den Schimmelpilz Aspergillus flavus zurückgeführt wird.
  2. Sie können Infektionen der Atemwege sowie Asthma hervorrufen (siehe Aspergillose). Dieses spielt vor allem bei immungeschwächten Menschen eine Rolle.
  3. Ihre Sporen können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen.
  4. Sie können eine erhebliche Geruchsbelästigung darstellen.
  5. Mykosen von Schimmelpilzen treten selten etwa als opportunistische Infektion bei Patienten mit Immunschwäche auf.


Ursachen

Feuchtigkeit ist die Hauptursache für Schimmelbildung in Gebäuden. Schimmelpilze finden hier ein reiches Nahrungsangebot: Zellulose (Tapeten, Kleister, Holz und Holzwerkstoffe, Gipskartonplatten) oder auch Kunststoffe (Wandbeschichtungen, Teppichböden, Bodenbeläge usw.). Die Feuchtigkeit entsteht einerseits durch defekte Wasserleitungen (Heizung, Dachentwässerung etc.), andererseits durch Baumängel bzw. Konstruktionsfehler. Darüber hinaus kann ungenügende Belüftung die Raumluftfeuchtigkeit erhöhen. Bereits ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60% besteht ein Schimmelpilzrisiko.